Erschienen am:
10.04.2002
Offen für Neues - Felix Felix
geht
Die Offene Kirche Elisabethen muss sich
auf einen Wechsel einstellen: Denn Pfarrer Felix Felix sucht die berufliche
Neuorientierung. An den Grundfesten der City-Kirche dürfte nicht gerüttelt
werden.
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Foto Stephanie Grell
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Basel. Die Offene Kirche Elisabethen (OKE) wird in
absehbarer Zeit einen Wechsel erleben. Denn der Mitbegründer der «City-Kirche»,
Pfarrer Felix Felix, bestätigte gestern auf Anfrage, dass er in einem
Bewerbungsverfahren für eine neue Stelle steht. Details zu diesem Stellenwechsel
wollte Felix Felix im Moment verständlicherweise nicht in der Presse
ausgebreitet sehen, um das Verfahren nicht durch mögliche Nebengeräusche zu
beeinträchtigen. Seinen Äusserungen ist aber zu entnehmen, dass es nicht um eine
Stelle in der Region Basel geht - und diese zwar auch im kirchlichen Bereich
angesiedelt, aber nicht mit dem jetzigen Amt zu vergleichen ist. «Ich habe immer
gesagt, dass ich etwa zehn Jahre hier in der Offenen Kirche Elisabethen wirken
will», so Felix Felix zu den Gründen, warum er eine neue berufliche
Herausforderung sucht. Nach diesem Abgang wird sich die Offene Kirche bis zu
einem gewissen Grad neu orientieren müssen, war doch Felix Felix eine
Integrationsfigur mit grossem Bekanntheitsgrad und gewissermassen das
Aushängeschild der «Elisabethen».
«Felix Felix hat tragfähige Strukturen
etabliert, die den Betrieb auch unabhängig von seiner Person gewährleisten»,
erklärte seinerseits Georg Vischer, Kirchenratspräsident der
Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt. Auch bestünden Verträge mit der
OKE. Vischer erklärte, dass zwar noch keine Kündigung vorliege, ihm aber bekannt
sei, dass Felix Felix «sich gelegentlich neu orientieren will». Das sei ein
«normaler Vorgang». Weiter sagte er, dass man in dieser Situation noch
nicht formell über die Zukunft der Offenen Kirche diskutiert habe, «ich nehme
aber an, dass wir am Konzept der City-Kirche festhalten werden, weil sie in
einem Bereich tätig ist, den die 'traditionelle' Kirche nicht abdecken kann».
Auch die Pfarrstelle solle wieder besetzt werden, «allenfalls wird über ihren
Umfang zu diskutieren sein». Weil Felix Felix eine «einmalige Persönlichkeit»
sei, wolle und werde man nach einer Person mit einem anderem und eigenständigem
Profil suchen müssen. Andererseits, so ist zu vermuten, dürfte die Stelle,
einmal ausgeschrieben, nicht lange verwaist sein, weil die Offene Kirche
zweifellos ein attraktives Arbeitsfeld mit vielfältigen Möglichkeiten
darstellt.
Die Offene Kirche wurde über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, weil
Felix Felix sie für bislang unbekannte Formen der Einkehr und Auseinandersetzung
geöffnet hatte. Dabei ging es ihm aber, wie er immer wieder erklärte, nicht
einfach um den schlagzeilenträchtigen Event. Dieser war für Felix Felix nur eine
Verpackung für den eigentlichen Inhalt. Und diese Inhalte umfassten
Veranstaltungen über alternative Heilungsmethoden ebenso wie die
Tiergottesdienste, denen es schnell zur Schnitzelbangg-Ehre gereichte, oder
Kunstausstellungen. Auch der Neujahrsapéro des Gewerbeverbands fand in den
letzten Jahren in der Elisabethenkirche statt.
Felix Felix (bürgerlich
Hans-Ruedi Felix) hatte das Projekt einer für neue Formen offenen Kirche 1988
gestartet; sie fand 1994 in der Elisbethenkirche ihr Domizil und ihre feste
institutionelle Verankerung. Wenn die Offene Kirche auch nicht nach jedermanns
Geschmack war: Ihr Publikum hat sie gefunden. Georg Schmidt
Sucht
eine neue berufliche Herausforderung. Pfarrer Felix Felix wird die Offene
Kirche Elisabethen, die er massgeblich mitprägte, in absehbarer Zeit
verlassen.
© 2002 National Zeitung und Basler Nachrichten AG