koc. Im Vorfeld der Basler Psi-Tage findet am
Samstag, dem 17. November, die erste «Nacht des Heilens» statt. An die Idee der
Museumsnacht anknüpfend, sind an diversen Orten in der Stadt spirituelle Anlässe zum
Thema erlebbar. Das Kongresszentrum Basel als Hauptveranstalterin ist davon überzeugt,
dass immer mehr Menschen in der Medizin mehr Geist und mehr Seele benötigen. Man bedauere
allerdings, dass der Informationsstand zum geistigen Heilen relativ niedrig sei. Im
Spannungsfeld zwischen Ablehnung und einer Berichterstattung, die oft überhöhte Hoffnung
wecke, wünschen sie sich durch die Nachtaktion, dass Heilen erlebt, diskutiert und am
eigenen Leib erfahren werden kann.
Nach
der Eröffnungsfeier um 15 Uhr im Zentrum für Lehre und Forschung an der Hebelstrasse 20
diskutiert ein Podium um 16 Uhr, ob geistiges Heilen zur ganzheitlichen Medizin gehört.
Dazu stellt Jakob Bösch, Chefarzt der Externen Psychiatrischen Dienste Baselland,
vorgängig einige Thesen auf, wie zum Beispiel, dass geistiges Heilen auf
Selbstverantwortung setze. Jahrelange Anstrengungen in der Gesundheitsprävention hätten
das Verhalten der Menschen wenig beeinflusst, meint Bösch. Er ist der Ansicht, dass es
Impulse von innen braucht, um Situationen zu verändern - rationale Aufklärung allein
nutze wenig. In Folge diskutieren Cécile Cassini, Niklaus Gyr und Alexander Kiss vom
Kantonsspital Basel mit Kaspar Rhyner vom Kantonsspital Glarus, der mit einer Heilerin
zusammenarbeitet, und Harald Walach, Leiter eines europaweiten Forschungsprojekts, über
geistiges Heilen.
Im
Bernoullianum wird die «Heilkunst vom Dach der Welt» zelebriert. Tsenshab Rinpoche
informiert von 18 bis 19.30 Uhr über die tibetische Heilkunst, erörtert die Bedeutung
des Medizin-Buddhas und lehrt Besucherinnen und Besucher, das Mantra zu rezitieren.
Unter
dem Titel «Menschen auf ihrem spirituellen Weg» sind im Bildungszentrum an der
Missionsstrasse 21 drei Seminare zu hören. Es geht um die Heilung und Bewältigung
spiritueller Krisen, die politische Dimension des Heilens in Südafrika und um den
Seel-sorger und Heiler Johann Blumhardt.
Wenig
Berührungsängste mit dem geistigen Heilen hat der reformierte Pfarrer Felix Felix, der
in der Offenen Kirche Elisabethen am Samstag «heilende Hände» und Massagen für Babys
anbietet. Spirituelles Heilen sei bereits von Jesus und seinen Jüngern praktiziert
worden, meint Felix. Er bedauert, dass in den heutigen Kirchen nur noch das Wort übrig
geblieben sei. Dabei würde die besondere Form von Zuwendung die Selbstheilungskräfte
unterstützen und könne helfen, Krankheiten besser anzunehmen oder den Krankheitsprozess
zu verkürzen. In der «City-Kirche» arbeitet Felix seit sechs Jahren mit spirituellen
Heilerinnen und Heilern zusammen, die Hand auflegen. Auch die Salbung mit Öl, ähnlich
der orthodoxen Tradition, geht auf die Bibel zurück, meint Felix. Um 22 Uhr wird im
Münster ein Heilungs- und Salbungsgottesdienst mit Felix Felix, Armin Mettler und Fritz
Christian Schneider stattfinden.
Zu
den Themen Alchemie und Paracelsus findet im Pharmazie-Historischen Museum von 17 bis 21
Uhr jeweils zur vollen Stunde eine Führung statt. Nicht die Verwandlung des Körpers sei
in der Alchemie wichtig, sondern jene der Seele, meint Lucius Werthmüller, Koordinator
der Heilnacht. Im Museum werden ab 22 Uhr an der «Bar à celsus» übrigens auch
geheimnisvolle und magische Drinks serviert.
Auch
die Kunst möchten die Organisatoren einbeziehen: Anhand des Bildes «Der Engelsturz» von
Marc Chagall wird im Kunstmuseum gezeigt, wie Heil und Heilung auch in der Katastrophe
erlebt werden können. |