Basler Zeitung 29.11.2001

 

«Zusammen in die Zukunft»

 

Gestern fand in der Offenen Kirche Elisabethen eine Gedenkfeier für die Opfer des Jumbolino-Absturzes statt. Es kamen vor allem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Crossair und der Swissair. 

 

 

An der Crossair-Gedenkfeier predigt Pfarrer Felix Felix in der Elisabethenkirche. Foto Peter Armbruster

 

 

 

koc. «Plagen uns nicht schon genug Ängste? Wie sollen wir mit dieser Katastrophe umgehen?» Bewusst sprachen Urs Eicher (Swissair) und Yvonne Kastner (Crossair) an der Gedenkfeier für die Opfer des Jumbolino-Absturzes in der «Wir-Form». Man könne und wolle diese beiden Firmen nun nicht mehr trennen. Mit dem Erscheinen von Crossair- und Swissairpersonal zeige man nun die Bereitschaft, Gefühle zusammen zu teilen, sagten die beiden Organisatoren in der Elisabethenkirche.
Eicher und Kastner, die sich das Vizepräsidium der Vereinigung des Kabinenpersonals (kapers) teilen, haben die Feier deshalb in Basel organisiert, weil hier die Crossair ihren Sitz hat und man ganz spontan ein Zeichen setzen wollte - jetzt, wo der Druck, die neue Fluggesellschaft zu errichten, so gross sei, meinte Eicher, der bereits beim Halifax-Unglück Besatzungsmitglieder der Swissair betreut hat. Nun wolle man sich mit der Crossair solidarisch zeigen und mit der Feier ein Dach für alle errichten. «Wir wollen jetzt zusammen trauern und möchten danach zusammen in die Zukunft schreiten», sagte er.
Pfarrer Felix Felix lud die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein, ihre Gefühle, ihre Wut oder Trauer, zuzulassen, um die Lähmung zu überwinden. Er hoffe, die Gedenkfeier möge dazu beitragen, wieder Boden unter den Füssen zu finden - gemeinsam.
Mit dem Absturz ist für Theologin und Crossair-Mitarbeiterin Nadine Hassler-Bütschi im Ringen um die neue Identität der Airline das Schlimmste eingetroffen. Dennoch, sie sei dankbar für die Überlebenden und stolz auf die beiden Mitarbeiterinnen der Crossair, die Leben gerettet hätten. «Es gibt wieder Hoffnung und Zukunft», meinte sie. Und diese Zukunft sei eine gemeinsame. Denn der Himmel als gemeinsames Element verbinde einander. «Wir geben nicht auf», sagte sie.
Nach dem Anzünden von vier Kerzen, begleitet mit Bitten und Wünschen, lud Felix Felix das Flugpersonal in der Kirche zu möglichst vielen Begegnungen ein: Mann und Frau, Jung und Alt, Crossair und Swissair.