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Die Nacht des Heilens am
Samstag, 17. November in Basel war für mich ein wunderschönes Erlebnis.
Schöne Nacht des
Heilens
Zu dieser dunklen
Jahreszeit und im Vorfeld der Psi-Tage, die sich dieses Jahr dem Thema
«Geistiges Heilen» widmen werden, verwunderte es eigentlich nicht, dass die
Elisabethenkirche bereits um 16.00 Uhr gut besetzt mit Leuten war, die
Handauflegen wünschten und auch das Münster war abends gut besucht.
Ich war eine der
Heilerinnen und Heiler und hatte im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll
zu tun, durch Berührung und Zuwendung den vielen Leuten, die kamen, meine
Aufmerksamkeit zu schenken. Es erschütterte mich immer wieder, wie schwer die
Schicksale waren, mit denen ich konfrontiert wurde. Oft standen Leute mit der
Diagnose Krebs vor der schwierigen Entscheidung, sollten sie nun mit
Chemotherapie beginnen oder nicht.
Was passiert denn
nun eigentlich beim Handauflegen?
Viele Leute waren auch
das erste Mal bei einer Handauflegerin. Die Krankheit hatte sie dazu
getrieben, viele verschiedene Dinge auszuprobieren, denen sie früher sicher
kein Vertrauen geschenkt hätten.
Heilenergie, die
übrigens nicht von der Person selber stammt, sondern aus einem grösseren
Urgrund herrührt und die man vielleicht als göttliche oder kosmische Energie
benennen könnte, fliesst durch die Heilerin durch und strömt über die Hände
kanalisiert in den kranken Menschen hinein. Dieser spürt diesen Strom
manchmal als Wärmestrahlen, magnetische Strahlen oder als deutliche
Entspannung im Körper. Die Selbstheilungskräfte des kranken Menschen werden
angeregt und gestärkt.
Was können die Leute
erwarten, wenn ihnen von einer ausgebildeten, fähigen Heilerin Heilenergie
zur Verfügung gestellt wird? Ich zitiere einige Sätze, die mir die
Patientinnen und Patienten nach dem Handauflegen sagten: Vorhin war ich ganz
schwer, jetzt fühle ich mich so leicht, als hätte ich Flügel. Ich fühle mich
gar nicht mehr deprimiert. Seit zwei Monaten konnte ich endlich wieder
lachen/weinen. Meine Schmerzen haben sich gebessert/sind momentan weg. Ich
weiss jetzt ganz klar, was mein nächster Schritt im Leben sein soll.
Natürlich kommen
manchmal auch Menschen mit hochgesteckten Erwartungen. Sie haben die
Hoffnung, dass ich ihnen die Krankheit einfach «wegmache». Der Hausarzt
konnte es nicht, der Spezialist konnte es auch nicht, also muss es doch auf
der Welt irgendjemanden geben, der es kann. Allerdings spielen bei jeder
Heilung, egal ob durch schulmedizinische Massnahmen oder durch Geistheilung
persönliche Faktoren eine bedeutsame Rolle. Darauf will ich im Folgenden
näher eingehen.
Krankheit aus meiner
Sicht
Nach meinem Verständnis
und meiner Erfahrung kommt der Mensch mit einer Grundpersönlichkeit auf die
Welt. Diese Grundpersönlichkeit will er im Leben verwirklichen, und so seine
Lebensabsicht erreichen. Er will sich mit anderen Lebewesen austauschen,
Erkenntnisse machen und sich gegenüber seiner Umwelt zum Ausdruck bringen.
Dies kann er jedoch nur, wenn er seine individuellen Anlagen, Fähigkeiten und
Sehnsüchte ungehindert zum Ausdruck bringt und lebt. Dies kann zum Beispiel
bedeuten: ich brauche Abenteuer in meinem Leben, ich brauche Abwechslung, ich
möchte mich mit vielen verschiedenen Leuten austauschen, nicht nur mit meinem
Partner oder den Leuten im Turnverein, ich möchte spontan sein können,
ungeplante Dinge tun, spüren, dass ich ein freier Mensch bin.
Sein Umfeld ist da aber
manchmal anderer Meinung und macht Druck, wenn dieses Ausleben gar zu
unkonventionell erscheint. Auf diese Weise wird ein Mensch oft in
Lebensbahnen gezwungen, die mit seiner angeborenen Persönlichkeit nicht
übereinstimmen.
Wie wir wissen, geht
jeder Mensch anders mit Druck um. Der eine passt sich z. B. an und
leidet. Der andere schlägt vielleicht quer ohne Rücksicht auf Verluste, was
sich mit der Zeit auch gegen ihn wendet. Ein Dritter wird vielleicht «hart
und stark» und steht in Gefahr, daran zu zerbrechen.
Die besten Karten aus
gesundheitlicher Sicht hat meiner Meinung nach derjenige, der seine
Sehnsüchte noch nicht zugeschüttet hat, diese erkennt und sich erlaubt, diese
zu leben. Natürlich wird er vermutlich auch ab und zu krank werden, versteht
seine Krankheit aber als Wegkorrektur und hat auch die Möglichkeit, wieder
gesund zu werden. Auf solche Weise kann man am meisten profitieren von der
Schulmedizin oder der Geistheilung.
Ich persönlich bin sehr
dankbar für die Schulmedizin. Sie kann mir mit einer Operation oder einem
Medikament aus der Pharmaindustrie diese Wegkorrektur eventuell abkürzen oder
erleichtern. Das Handauflegen als Patient kann eine körperliche Korrektur
einleiten, mir den Weg liebevoller gestalten und mit Sanftheit und Wärme
füllen. Aber die notwendige Lebenskorrektur muss ich alleine vornehmen, die
kann mir niemand abnehmen.
Ganzheitlich
Gesundwerden
Viele Menschen erkennen
ihre persönlichen Sehnsüchte nicht mehr und wenn man sie danach fragt, fallen
ihnen keine ein. Da ist es dann auch hilfreich, in einer Lebensberatung diese
in einem persönlichen Gespräch zu entdecken und Wege zu finden, die
gefundenen Wünsche und Sehnsüchte im Leben umzusetzen.
Wer sich dessen bewusst
ist, hat die Möglichkeit, ganzheitlich gesund zu werden, auch wenn die
Krankheit schon fortgeschritten ist und ich möchte alle ermuntern, dafür jede
Hilfe in Anspruch zu nehmen, die er erreichen kann.
In diesem Sinne sind
die Nacht des Heilens und die Psi-Tage sicher eine wunderbare Unterstützung,
eine Unterstützung, die jedem Besucher auch hoffentlich dazu verhilft, sich
seines ganz besonderen Wesens wieder vermehrt bewusst zu werden und niemandem
zu erlauben, sich in seine Belange einzumischen.
* Bettina
Baumann ist Lebensberaterin und Heilerin und praktiziert in Pratteln.
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