Erschienen am: 28.11.2002

Felix Felix: Vertrauen, dass es gut weitergeht

Pfarrer Hansruedi Felix Felix feierte gestern seinen Abschied in der Elisabethenkirche. Musikalisch umrahmt wurde die Goodbye-Veranstaltung von Roli Frei, Christian Zehnder und Volker Biesenbender.

  Nach über 10 Jahren. Felix Felix verabschiedete sich mit einer zwölfstündigen Feier von seiner Gemeinde. Foto Peter Armbruster


«Ich wusste, dass ich nie das ganze Leben lang das Gleiche machen werde, sondern verschiedene Herausforderungen kennen lernen möchte», sagte Hansruedi Felix Felix, der über zehn Jahre lang für die Offene Kirche gearbeitet hat und sie nun verlässt.

Bald in traditioneller Umgebung

Eine neue Herausforderung fand er in der St. Galler Hauptkirche St. Laurenzen. «Ich wollte weder in die Wirtschaft noch in den Sozialbereich wechseln, sondern in einer Kirchgemeinde arbeiten. Ich bin gespannt, was von meiner Theologie, von meinen Anliegen, die ich hier leben konnte, auch in alten Strukturen, in der traditionellen Umgebung möglich ist.» Felix Felix weiss, dass in St. Laurenzen gewisse Dinge, die in der Offenen Kirche Elisabethen möglich waren, nicht mehr möglich sein werden. Gleichzeitig betont er, dass es auch in St. Gallen eine Offene Kirche gibt, die das Basler Konzept stark adaptiert hat.

Grenzen überwinden

Seine Aufgabe werde es inskünftig jedoch sein, zusammen mit der Kirchgemeinde herauszufinden, was die Gemeinde, was die Stadt braucht, und wie «wir vom traditionellen Ort her Brücken bauen, Grenzen überwinden und verschiedene Kulturen beheimaten können». Mit dem Engagement von Felix Felix sind in den vergangenen Jahren verschiedene Experimente für neue Gottesdienstformen gewagt worden, etwa Gottesdienste von Schriftstellerinnen und Schriftstellern. Bekanntestes Beispiel ist wahrscheinlich der Tiergottesdienst. In der Offenen Kirche Elisabethen wurden jedoch auch viele kulturelle Projekte mit grenzüberschreitendem Charakter angeregt.
Diese Arbeit widerspiegelte sich nun gestern auch beim langen, zwölfstündigen Abschied von Felix Felix in der Elisabethenkirche – dies in der Teilnahme von Künstlerinnen und Künstlern wie etwa Christian Zehnder, Roli Frei, Susann Kern und Volker Biesenbender.

Angebot wird weitergeführt

Auch nach dem Weggang von Felix Felix wird die Offene Kirche Elisabethen ihrem markanten Profil treu bleiben. Die bekannten Angebote werden weitergeführt. Eva Südbeck-Baur, die schon vier Jahre die Offene Kirche zusammen mit Felix Felix leitet, wird die Konstanz der Arbeit garantieren. Sie übernimmt die Leitung ad interim. Das Bewerbungsverfahren für die Pfarrstelle ist derzeit im Gange. Die vom Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Kirche gemeinsam mit dem Vorstand OKE eingesetzte Wahlkommission evaluiert die Bewerbungen.
Der Abschied von Basel tut Felix Felix «auch weh». Dass die Offene Kirche Elisabethen Erfolg hat und er diese in einer Zeit verlässt, wo diese gut funktioniert, gibt ihm aber «die Ruhe, wirklich Abschied nehmen zu können».

Christian Fink




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