Weltwoche Nr. 5/99, 4.2.1999

Die Basler Regierung hat zu einem Ideenwettbewerb gegen die Stadtflucht aufgerufen. Jetzt fordern Bürger die Fusion mit Baselland. Das geht der Exekutive zu weit

Politische Puzzle-Spiele am Rheinknie

Von Martin Furrer


Aufbruchstimmung, aber kein Ausbruch
aus der Enge:
Basel ist die «letzte Sektorenstadt Europas»

Wenn am Sonntag morgen in Basel die Glocken läuten, braucht Pfarrer Felix Felix nicht für volle Besucherreihen in seinem Gotteshaus zu beten. Als am 24. Januar der Schriftsteller Peter Bichsel eine Predigt hielt, drängte sich das Volk in den Bänken. Dank Lesungen, Jazz-Konzerten, Gottesdiensten für Homosexuelle oder Meditationsveranstaltungen ist es dem unkonventionellen Seelsorger gelungen, die «offene Kirche Elisabethen» zum Publikumsmagneten zu machen.
Die Basler Regierung könnte einen Glücksbringer wie Felix Felix gut gebrauchen: Während Sonntag für Sonntag das neugotische Gotteshaus im Stadtzentrum Heerscharen anzieht, läuft dem Regierungsrat unter der Woche das Volk davon....

...So kann der Ausbruch aus der Basler Enge trotz Aufbruchstimmung noch nicht gelingen. Grenzüberschreitungen stehen nur in der Elisabethenkirche auf dem Programm - zum Beispiel im Mai, wenn Felix Felix Meditationen anbietet und der Regierungsrat sein bereinigtes «Aktionsprogramm Stadtentwicklung» vorstellt.