Ich erzähle Dir meine Wege Ps119.26

Dein Leben in den Psalmen

Ein Theater-Projekt von Jürgen Pöppel in Zusammenarbeit mit der Offenen Kirche Elisabethen Basel.

 

Ich erzähle Dir meine Wege. Dein Leben in den Psalmen.

Unter diesem Motto steht ein aussergewöhnliches Theaterprojekt des Regisseurs Jürgen Pöppel in Zusammenarbeit mit der Offenen Kirche Elisabethen in Basel. Es soll eine Reihe von Inszenierungen zu den einzelnen Psalmen entstehen. Ausgangspunkt der Aufführungen sind neben den Psalmentexten die persönlichen Erzählungen von Menschen über ihre Erfahrungen mit den Psalmen der Bibel. Für dieses Projekt werden Menschen mit unterschiedlichem religiösem und kulturellem Hintergrund gesucht, die ihre persönlichen  Erfahrungen mit einzelnen Psalmen  dem Projekt zur Verfügung stellen. Das kann ein Erlebnis mit dem eigenen Konfirmationspsalm sein, der Trost, den ein Psalm bei Verlust eines Menschen bietet und vieles andere mehr.  „Die Psalmen sind die theatralsten Texte der Bibel“ sagt Pöppel und weist darauf hin, dass sie für die öffentliche Rezitation und Aufführung entstanden sind. Die Aufführungen sind auf Anfang 2007 geplant.

Anmeldung und weitere Informationen bei Jürgen Pöppel: psalmen@bluewin.ch

Ausgangspunkt: Die Psalmen

Die Psalmen spielen unter den Schriften der Bibel eine besondere Rolle: Schon der griechische Ursprung des Wortes Psalm bzw. Psalter in seiner Bedeutung als Saiten zupfen oder spielen  verweist  auf die performative Bestimmung der Texte:

"Die Psalmen sollen ja laut werden, zitiert und rezitiert, eingeübt und vorgetragen, gesungen und aufgeführt werden. Bei Liedern und Gesängen versteht es sich von selbst, dass der Text zwar das Medium der Aussage, aber nicht allein das der Darbringung ist. Musik, Tanz, Gestik u.a. gehören zur Inszenierung hinzu.", schreibt der Basler Theologe Klaus Seybold. Formal heben sich die Psalmen-Texte also durch ihren theatralen Charakter von den anderen Schriften der Bibel ab. Oftmals sind uns einzelne Psalme zuerst z.B. durch eine Lesung oder  eine musikalische Aufführung bekannt geworden. Ihre ursprüngliche Kraft beziehen die Psalmentexte aber aus dem Drang des einzelnen Menschen zu Gott zu sprechen. Die sog. Gebets- Psalmen legen hier eindrücklich Zeugnis ab. Aber auch die  Hymnen-, Lieder- und Liturgie- Psalme sind von diesem tiefen Bedürfnis nach Begegnung mit Gott geprägt.

Dieser oft persönliche, zuweilen vielleicht „privat“ anmutende Inhalt der Psalmen ist aber zugleich Bestandteil des Kanons der biblischen Texte und damit theatrales Element einer Religionsgemeinschaft. Das „Persönliche“ ist hier also nicht das „Private“, sondern der eigentliche Zweck liegt in der öffentlichen Aufführung.

Ziel des Projekts:

 Ich erzähle Dir meine WegePs119.26 - Dein Leben in den Psalmen

verfolgt das Ziel in einer Zeit, in der über gesellschaftlichen Werteverlust, Orientierungslosigkeit und Vereinzelung diskutiert wird durch kreative Aktivität das persönliche Verhältnis zu religiösen Texten zu suchen. Im Mittelpunkt steht vor allem die Vielfältigkeit der Menschen und ihrer Auseinandersetzung mit den Psalmen, die sich dann in den unterschiedlichen Aufführungen niederschlagen soll. Jenseits sozialer, kultureller oder religiöser Herkunft der Akteure entsteht so über das Jahr 2007  in der Arbeit mit den Psalmen eine Mehrstimmigkeit, die durch den gemeinsamen Bezug auf den Psalter in gewissem Sinne zu einem Lied wird.

Realisierung:

Mit Hilfe von Zeitungsinseraten werden Menschen gesucht, die einen persönlichen und individuellen Bezug zu einem oder mehreren Psalmen haben und an einer öffentlichen Aufführung, in der ihr Verhältnis zu dem entsprechenden Text deutlich wird mitzuarbeiten.

Meine Aufgabe als Projektleiter besteht zunächst darin, nach Gesprächen mit den Bewerbern eine Auswahl von Akteuren zu treffen, die mir geeignet erscheinen, ihr persönliches Verhältnis zu einem Psalm wirksam in Szene zu setzen. Dabei werden sie von mir als Regisseur unterstützt. Darüber hinaus sind auch professionelle Schauspieler, Musiker und Tänzer beteiligt, die auf der Basis der Psalme und der persönlichen Geschichten der Menschen den Abend gestalten. Umrahmt werden die Inszenierungen von Gesprächen mit Prominenten aus dem öffentlichen Leben.

Die jeweiligen Veranstaltungen sind als einmalige Aufführungen geplant. Sie werden mit Videokameras aufgezeichnet und am Ende des Projekts auf DVD geschnitten. 

Das Projekt ist zeitlich fest strukturiert, d.h. die Termine der Veranstaltungen folgen einer Regelmässigkeit  (In der Offenen Kirche Elisabethen z.B. jeden 3. Dienstag im Monat zur selben Zeit ) und sind vor Beginn der ersten Aufführung festgelegt. Die Inszenierungen erstrecken sich über ca. ein Jahr. Geplant sind Inszenierungen in der Offenen Kirche Elisabethen, dem Lasalle Haus, angefragt wurden die Offene Kirche St. Jakob Zürich und die Offene Heiliggeistkirche in Bern.