Stellungnahme zu den Corona Massnahmen - Januar 2021

Schweren Herzens haben wir uns entschlossen, solidarisch zu sein und unsere öffentlichen Angebote deutlich zu reduzieren ...

 

Der Bundesrat hat am 13. Januar gesprochen und wir haben zugehört. Wir haben die Argumente überzeugend gefunden und uns entschlossen, gemeinsam mit dem grossen Teil unserer Gesellschaft auf Angebote zu verzichten, die nicht der unmittelbaren Versorgung mit Nahrungsmitteln oder Medikamenten dienen. Und: Ja, wir wissen, dass Bund und Kantone Gottesdienste und ähnliches weiterhin erlaubt haben. Und, ja: Während der Weihnachts-/Jahreswechselfestzeit hatten wir uns entschlossen, unter strengen Sicherheitsauflagen, geistliche Angebote zu machen, denn sie betraf die Herzenszeit vieler Menschen. Und: Wir haben mit grosser Überraschung viele Menschen willkommen heissen dürfen, die in der Heiligen Nacht und am kalendarischen Jahreswechsel Mut und Hoffnung brauchten. Unsere Angebote, persönlichen Segens waren offenbar ein Bedürfnis.

 

Doch: Wir haben uns entschlossen, bis Ende Februar keine Angebote zu machen, die sich an grössere Gruppen richten oder öffentlich ausgeschrieben sind, um niemanden, besonders nicht Angehörige von Risikogruppen, die zu einer der Hauptzielgruppen kirchlicher Angebote gehören, nicht aus der Geschütztheit ihres Heimes auf den Weg (mit ÖV und/oder auf den Strassen etc.) nach draussen zu «locken» und sich einer Ansteckung auszusetzen. Dieser Rückzug von öffentlichen, liturgisch-geistlichen Angeboten bezieht sich auf:

 

  • alle gottesdienstlichen Feiern und Angebote, die wir für die kommenden Zeit geplant hatten, beginnend mit dem «Regenbogen-Gottesdienst» vom kommenden Sonntag, 17. Januar, über die KerzenLichtFeier am 2. Februar (online), die Feier für und mit behinderten Menschen am 7. Februar (online), die Valentinstagsfeier «Härzwärts» am 14. Februar, den Fasnachts-Gottesdienst am 21. Februar bis zur Heilungsfeier am 21. Februar am Abend.
     
  • alle Stadtgebete und unsere Heilungs- und Handauflegensangebote.
     
  • unsere Sozialprojekte, ab Dienstag, 19. Januar.
     

Wir sehen diese Entscheidung nicht zuletzt als Zeichen der Verbundenheit und Solidarität mit allen anderen Veranstaltungen an, die uns nahe sind und auch nicht stattfinden können, im Bereich Kultur, Gastronomie, Events und Sport.

 

Wichtig ist: Wir, die Seelsorgenden der OKE und alle Mitarbeitenden werden jedoch weiter arbeiten und für Sie da sein, insbesondere im direkten, persönlichen oder nicht-personalen Kontakt (digital oder telefonisch vermittelt). Und die Kirche bleibt offen für persönliches Gebet, Einkehr, Seelsorge und Kerzenanzünden.

 

Und unsere digitalen Angebote sind natürlich weiterhin da: Das «Wort zum Alltag» mit Trost und Hoffnung, jeden Montag Morgen um 8 Uhr neu und frisch auf Ihren Computer oder Mobilgerät. Desgleichen unsere «Online-Mittwoch-Mittag-Konzerte». Beides jeweils auf «www.offenekirche.ch».

 

Wir halten Sie und euch alle im Gebet! Nennen Sie uns doch Ihre oder eure besondere Gebetsanliegen – wir tragen diese mit euch in die Gegenwart DES EWIGEN, DER LIEBENDEN, die uns alle bewahrt und schützt, in diesen dürftigen und schweren Zeiten. Erneut: Es fiel uns nicht leicht und wir sind uns bewusst, dass wir uns mit diesem Entschluss angreifbar machen von vielen Seiten.

 

Gemeinsam mit allen Gutwilligen und moderat Denkenden warten und hoffen wir auf das Licht am Ende des Tunnels, das aufgeschienen ist um die Weihnachtszeit: Für die Herzen ist dies die Geburt des Heilands; für die Körper die kommenden Impfmöglichkeiten. Bis dahin werden aber wohl noch einige schwierige Wochen auf uns zukommen, wenn unser aller Immunsystem angespannt ist durch die Temperaturen, saisonale Grippe und Erkältungen und durch Belastungen und Spannungen, die sich aus neuen Lebenssituationen ergeben, wie familiäre und häusliche Änderungen durch HomeOffice oder DistanceLearning. Bereits schlagen ja auch Opferhilfestellen und Frauenhäuser Alarm, nicht nur die Intensivstationen, die langsam keine Betten mehr haben! Seid also nachsichtig und liebevoll miteinander.

 

Passt auf euch auf, aber auch auf eure Umwelt. Ihr seid nicht nur für euch selbst verantwortlich, sondern auch für den erweiterten privaten und den gesamten öffentlichen Raum, auf den ihr Einfluss habt und nehmt. Geben wir acht, dass wir nicht in den Pöbelmodus verfallen, zu emotionalen oder digitalen Trollen werden oder zu selbst ernannten Corona-PolizistInnen, die Menschen aufgrund ihres (Nicht-)Maskentragens be- und verurteilen oder sie aufgrund von (gemutmassten) zu-grossen, privaten Menschenansammlungen bei der echten Polizei melden (ja, auch das passiert, und nicht wenig, wie wir von Seiten der Polizei hören!). Die Migros sah sich darum gezwungen, in ihren Laden-Durchsagen besonders darauf hinzuweisen, dass «einzelne Mitarbeitende oder Kunden aus medizinischen Grünen keine Maske tragen können.» Hintergrund ist auch hier der Anteil von mitleidlosen KundInnen, die sofort mit dem Finger zeigten und ihre eigenen Rechte verletzt sahen durch Menschen, die halt einfach keine Maske tragen können.

 

Seid in dieser Zeit, bis es Frühling wird, kreativ und rezeptiv für die Bedürfnisse eurer Umgebung, aber seid und bleibt resistent gegen Verschwörungstheorien und Fakenews, und resilient gegen Traurigkeiten und Wutausbrüche. Wir sind alle nur Menschen, und unsere gewählten Politiktreibenden und Magistraten tun auch nur, was sie können, fahren auf Sicht und sind dem Trial and Error (Versuch und Fehler-)-Vorgehen unterworfen. Verliert also nicht die Geduld mit ihnen, vollzieht ihre Überlegungen nach und übernehmt euren Teil der Verantwortung, damit diese Situation bald ein Ende hat.

 

Und bereits jetzt versprechen wir euch, dass wir, wenn diese Krise vorbei ist, dies mit einer Festwoche feiern werden: Ein Dank- und Erleichterungs-Segens- und Lobgottesdienst und eine grosse Party bei uns in der Kirche! Dann werden wir uns wieder umarmen und wieder miteinander anstossen. Wir werden singen und tanzen und niemand wird sich schämen, dass er oder sie Tränen der Rührung und der Freude in den Augen hat. Eine Rückkehr zur alten Normalität wird es nicht geben und darf es wahrscheinlich auch nicht. Denn sie war – vermutlich – Teil des Problems und nicht der Lösung. Dass auch unsere eigene Gier nach günstigeren Produkten eine Kette globaler Verwicklungen und Abhängigkeiten geschaffen hat, die am Ende auf dem Rücken von unterbezahlten Arbeitskräften – nicht nur in Wuhan, sondern weltweit besonders in Ländern des Süden und Asiens – eine Nahrungsmittelversorgung im prekären Grenzgebiet der Kreaturen geschaffen hat – das ist nicht mehr von der Hand zu weisen. Und dass gerade jene, die zu weniger gut bezahlt sind hier in den Ländern des Westens, das Pflege- und Dienstleistungspersonal, jetzt systemrelevant wurden, ist eine weitere Baustelle dieser Zeit. Wenn also diese Krise vorbei ist, dürfen ihre berechtigten (Lohn-)forderungen nicht untergehen. Aber das sind ganz andere Gedanken ...

 

Also: #stayhome aber auch #beblessed!

 

Leitung und Vorstand Offene Kirche Elisabethen 

 

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